Von guten Anfängen und schlechten Nächten

Solche Wochen bräuchte ich jetzt nur rund 22 Mal in Folge (also bis Ende Jänner 2017), dann hätte ich wirklich dieses ominöse Grün auf der BMI-Skala erreicht. Geht man nämlich vom Montagmorgengewicht aus, habe ich bis heute morgen 2,1 Kilogramm abgenommen. Und ja, natürlich weiß ich: Es wäre ungesund, wenn es so weiterginge. Das Schöne aber, wieder einmal: Es war eigentlich gar nicht so schwer.

(K)Eine Woche hungern!

Ich sollte mir eine Gedächtnisstütze machen: Jedes Mal, wenn mich der Schweinehund wieder einmal niederringt und ich Fast-Food-Fraß in mich hineinstopfe, sollte ich mich daran erinnern, wie man nur mit etwas Umstellung, nur mit wenig Verzicht, ohne zu hungern einen Unterschied machen könnte.

Das tägliche Frühstück war eine Schüssel Porridge mit jeder Menge frischen Früchten und Beeren oben drauf, zu Mittag gab es entweder Fleisch oder Fisch mit Reis, Erbsen und Mais, selbstgemachte klare Gemüsesuppe oder Vollkornnudeln mit Arrabiata-Sauce und am Abend meist entweder ein Vollkornweckerl oder ein Eiweisbrot (falls es schon spätabends war) mit Putenwurst.

Man sieht: Gegessen habe ich trotzdem. Einmal bin ich sogar mit meiner besten Freundin Burger essen gegangen. Nicht zu McDonalds, sondern in eine kleine, nette Bar. Und ja, man kann sich auch mal Burger gönnen. Nur sollte halt alles im Rahmen bleiben.

Was mir bisher wieder aufgefallen ist: Ich überlege mir jetzt viel öfter, was ich mir zu Mittag kochen werde. Früher bin ich dann einfach hungrig in den Supermarkt gegangen und bin dann der Verlockung erlegen, irgendetwas Ungesund-Schnelles zu ergattern. So freu ich mich schon auf das geplante Gericht, kaufe gezielter ein und hasse mich dann wenigstens nicht den restlichen Tag für alles.

Und ja, MyFitnessPal funktioniert eigentlich sehr gut – und läuft auch in Verbindung mit Google Fit, meiner Bewegungsmessungsapp.

Dominik, oder doch lieber Ash?

Ja, liebe Menschen. Der achtundzwanzigjährige Dominik braucht Pokémon Go um rauszukommen. An zwei Tagen, die ich zuhause, arbeitend vor dem Computer, verbracht habe, wäre ich so zu keinerlei Bewegung gekommen. Aber stattdessen bin ich einmal 1 Stunde und 30 Minuten, ein anderes Mal 1 Stunde gegangen. Ich habe stets ganz bewusst den Straßenverkehr wahrgenommen, bin zum Pokémon-Fangen stehen geblieben und habe mich auch keiner verrückten Pokémon-Meute angeschlossen. Vielmehr habe ich nun einige Plätze und Häuser in meiner Gegend zum ersten Mal so richtig betrachtet.

Man kann über Pokémon Go also gerne sagen, was man will: Aber für so einen (grundsätzlich) faulen Menschen wie mich ist eine Gamification der Bewegung keine dumme Sache. Dieser spielerische Zugang reicht mir schon, um mir die Schuhe anzuziehen und mich auf einen Spaziergang mit Open End zu freuen.

Schlaflos in Diätl

Eine Sache, die mich aktuell nur etwas nervt, ist meine eine Rippe, die ich mir irgendwie angeknackst, geprellt oder gebrochen habe. Die weckt mich nämlich regelmäßig auf, wenn ich sie im Schlaf belaste. So wie heute Nacht zum Beispiel, wo ich zwischendurch drei Stunden wach war und überhaupt. Wenn das, wie das Internet behauptet, insgesamt drei Wochen und bei mir nunmehr also noch zwei Wochen andauert, muss ich aufpassen, keine Süßigkeiten daheim zu haben. Denn solche Schlechtschlafnächte sind prädestiniert für Frustessen. Ihr kennt das. (Oder auch nicht.)

Von Pokémonjägern mit Höchstwerten

Ich hasse es ja zu scheitern. Beim #projekt28 habe ich aber eindeutig versagt: Ich wollte innerhalb eines Jahres 28 Kilo abnehmen, stattdessen landete ich ein paar Kilos über dem eigentlich Ausgangsgewicht. Weil alles andere wichtiger war, weil ich mich nicht beherrschen konnte und der innere Schweinehund mein bester Freund und nicht mein größter Feind geworden ist. In den letzten Wochen habe ich wieder rasant zugenommen und ich habe keine Ahnung warum. (Das ist gelogen: Ich weiß schon, warum ich zugenommen habe, aber ich weiß nicht, warum so viel.) Ich fühle mich unwohl, hasse mich dafür und ärgere mich deshalb umso mehr: Warum habe ich es damals nicht durchgezogen? Ich war am richtigen Weg! Zehn Kilos hatte ich relativ rasch abgenommen! Und dann das: Heute bin ich zehn Kilo schwerer als im Mai 2015. Oder sechs Kilo schwerer als im Mai 2016! Weil es also so verdammt schief läuft, hatte ich auch die Überlegung, ob ich diesen Blog einfach still und heimlich abdrehen sollte. Aber es ist immer noch ein Unterschied zwischen Scheitern und Aufgeben.

Pokémon GO

Die Sache ist die: Es läuft grad recht wenig wirklich rund in meinem Leben. Das nervt natürlich. Es gab zuletzt also Zeiten, da hab ich einfach gefressen. Das war alles kein Genuss mehr, sondern reiner Frust, der zerkaut werden musste. Und auf Bewegung habe ich fast komplett verzichtet – das heißt: Überall wo sie zu vermeiden war, vermied ich sie auch. Woche für Woche wurde ich unfitter. Doch dann kam Pokémon Go.  (So fangen meist ganz schlechte Geschichten an.)

Als die ersten Journalisten darüber schrieben, dass Menschen stundenlang unterwegs waren, obwohl sie zuvor kaum aus dem Haus gehen wollten, habe ich noch über diese Freaks gelächelt. Natürlich hatte ich es mir bald heruntergeladen, aber nur selten gestartet. Um ehrlich zu sein: Ich verstand das Spielprinzip einfach nicht.  Aber als ich vor wenigen Tagen mitten in der Nacht meinen Heimweg zu Fuß antreten musste, habe ich die App gestartet. Was soll ich sagen: Ich habe nicht nur ein Taubsi, ein Rattfratz und ein Nebulak (!) gefangen, sondern bin auch extra einen Umweg gegangen. Es klingt furchtbar dämlich, aber wenn es so sein soll, dass dieses Spiel mich dazu bringt, rauszugehen und zu spazieren, dann wäre das natürlich perfekt. (Und sollte den Medizinnobelpreis oder so bekommen.)

Heute Abend werde ich nun meinen ersten längeren Spaziergang mit Pokémon Go machen. Damit ich nicht auf kurz oder lang die Form eines Traumatos annehme.

Die Sache mit dem Essen

Bewegung ist das eine, das richtige Essen das andere. Selten schaffe ich beides zusammen. Jetzt habe ich mir aber wieder eine App heruntergeladen, nämlich „MyFitnessPal„. Dort trage ich einerseits meine Speisen ein, um eine Übersicht über meine konsumierten Kalorien zu bekommen und meine Bewegung, um die verbrauchten Kalorien wieder abzuziehen. Ich brauche einfach sowas. Vorerst werde ich also nun die kostenlose Version nutzen, und falls sie wirklich gut ist, auch auf die Premiumversion updaten. Aber dazu halte ich dich, lieber Leser, natürlich auf dem Laufenden.

Wenigstens hat mein Kopf schon wieder kapiert, in welche Richtung es gehen muss: Zum Frühstück gibts seit heute wieder jeden Tag Porridge mit Obst und zu Mittag gab es heute Fisch mit Reis, Erbsen und Mais. NIEMAND braucht Leberskässemmerl, auch wenn sie so verdammt gut schmecken.

Auch wenn ich es mir schon mehrfach vorgenommen habe, möchte ich nun wieder wöchentlich (jeden Sonntag) ein kurzes Update liefern. Es ist sogar schon im Kalender eingetragen. Also – bis bald!

Man bringe mir Belohnungen!

Nachdem nun schon fast Mitte Juni ist, wird es immer knapper mit der Bikinifigur. Aber seit heute habe ich zumindest wieder mit Runtastic Results, meiner Workout-App für zuhause, begonnen. Dabei habe ich den kompletten Trainingsplan neu gestartet (weil ich die 120 Tage im Rückstand nicht mehr aufholen wollte) und war in Wahrheit schon nach dem Aufwärmen fast k.o. Das ist das beste Zeichen, warum es gut ist, dass ich endlich wieder loslege. Jetzt brauche ich nur irgendetwas, das mich nicht aufgeben lässt. Und da kommen Belohnungen ins Spiel.

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Ich brauche zum Beispiel neue In-Ear-Kopfhörer. Die gibt es ab 10 Euro und heutzutage schon fast in jedem Shop, aber ich möchte sie mir verdienen. Deshalb werde ich die ersten zwei Wochen ganze sechs Workouts hinter mich bringen. Erst dann wird der Kaufen-Button auf Amazon betätigt. Und wenn ich jetzt fünf weitere Belohnungen finde, könnte ich es erstmals wirklich schaffen, das 12-Wochen-Training von Runtastic Results zu schaffen. Wenn die Berechnung der App stimmt, wäre ich dann zumindest doppelt so fit wie jetzt. Was bei meiner aktuellen Fitness sogar als realistisch angesehen werden kann.

Das große „Schau‘ ma wieder mal ein bisserl aufs Gewicht“ lässt noch auf sich warten. Das ist schlecht. Aber es passt dazu: Das Vernachlässigen von Bewegung und gesünderer/weniger Ernährung spielen da gut zusammen. Das heißt also: Wenn ich fitter werde, möchte ich natürlich auch mit weniger Bauch trainieren. So ist es zumindest in meiner Traumvorstellung. Mal sehen, ob ich euch dann in zwei Wochen meine brandneuen Kopfhörer zeigen kann.

Von falschen Vorbildern (bzw. Vorturnern).

Der moderne Abnehmer und Fitwerder nutzt Apps. Nur zeigen die halt meistens Menschen, die das Problem wahrscheinlich gar nicht kennen. Weil sie Sport zum Aufstehen machen, drei bis vier Mal bis zum Mittagessen und dann eine 3stündige Nachmittagssession vollführen, nur um am Abend noch mal eben ’ne Stunde zu rudern. Ein Beitrag, warum – meiner Meinung nach natürlich – runtastic und Freeletics ganz bewusst Menschen, mit derselben Ausgangslage wie ich, für ihre Fitwerd-Apps einsetzen sollten.

Im Jänner habe ich in der Hoffnung, wieder neue Motivation zu fassen, Runtastic Results installiert. „Die Results App punktet mit einem persönlichen Trainingsplan, der in 12 Wochen jeden Körper fit macht.“ Klingt natürlich für einen Menschen wie mich sehr vielversprechend. Zwölf Wochen ist eine überschaubare Zeit und „fit werden“ das ewige Ziel, dem ich hinterhechle. Im ersten Monat dieses Jahres habe ich es auch regelmäßig gemacht, hab die wöchentlichen Workouts hinter mich gebracht und ganz ehrlich: Ich fühlte mich auch schon fitter. Aber etwas stört mich eben doch an der App.

Wie das Video bereits zeigt, turnen da wohlgeformte Männer mit Eight-Packs (keine Ahnung, wie man da zählen muss, bisher reicht es für mich, bis Eins zählen zu können). Sie zeigen selbst die für mich anstrengendsten Übungen mit so viel Eleganz, Anspannung und eine einen einzigen Tropfen Schweiß zu verlieren. Wenn ich es dann nachturne, und mir der Schweiß einerseits in die Augen geronnen ist, andererseits meine Turnmatte zu einer Rutschpartie gemacht hat, fühle ich mich manchmal nicht so gut aufgehoben. ich verstehe schon, vielleicht ist Results eine App, um sportliche Menschen, die über Weihnachten etwas unsportlich geworden sind, wieder zurückholen in die heile Welt der sichtbaren Bauchmuskeln. Aber für den durchschnittlichen Übergewichtigen ist diese Präpotenz, mit der der Vorturner alles nur so vorturnt, schon etwas unangenehm.

Ich mag es ja, wie runtastic Results mich fordert. Es ist eine coole App, weil man dafür keine Geräte braucht (aber eine Turnmatte echt von Vorteil ist) und eigentlich keine Ausrede mehr hat, wenn das Wetter draußen richtig grauslich ist (so wie jetzt). Aber vielleicht sollten sie über „runtastic Results für dicke Menschen“ nachdenken. Ich habe mir es natürlich nicht nehmen lassen und mal bei runtastic selbst nachgefragt. Ich habe ganz kurz mein „Problem erklärt“, meinen Wunsch geäußert („Mir wäre fast lieber, ich hätte Menschen mit dem gleichen Schicksal (Übergewicht), die mich mit ihrem Durchhaltevermögen anspornen“) und danach auch noch versichert, dass meine Anfrage ernst gemeint sei und ich eine Antwort von ihnen verblogge. Und genau das hat sie wahrscheinlich abgeschreckt. Ihre Antwort:

„Wir nehmen dein Feedback sehr gerne an, können dir aber hier keine verbindlichen Statements über unsere Strategie geben.“

Was ja auch klar ist.

Aber falls so etwas kommen sollte, möchte ich bitte ein Jahr gratis workouten, liebes runtastic, okay?

(Und ja: Freeletics ist ähnlich, runtastic Results eigentlich die Kopie. Ich habe beides bereits probiert, bin aber bei Results hängen geblieben. Und einen Kontaktbutton auf der Freeletics-Facebookseite gabs leider auch nicht.)

 

Vom Scheitern und Wiederaufstehen.

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Manche werden es noch wissen (und einige sprechen mich auch jetzt noch regelmäßig darauf an: Am 6. Mai 2015 startete ich voller Elan und Zuversicht ins #Projekt28. Ich wollte mir etwas Gutes tun und innerhalb von einem Jahr, also bis zu meinem 28. Geburtstag 28 Kilogramm abnehmen und einen maximalen BMI von 28 mein Eigen nennen. In etwas mehr als zehn Tagen feiere ich schließlich meinen nächsten Geburtstag, aber aktuell stehe ich mit meinem Gewicht über dem Ausgangsgewicht vom Mai 2015. Dabei hatte alles so gut begonnen.

Warum tut der Mann das?

Sieht man mich von vorne, schätzt man mich wahrscheinlich um einige Kilos leichter ein. Ich kann vieles lange kaschieren, aber wenn mir mal die Kleidung nicht mehr passt, dann wird auch dem besten Verdränger wir mir bewusst, dass etwas getan werden muss. Ich bin also ein Mann mit Übergewicht, laut dem weltweit bekannten und umstrittenen BodyMass-Index in der Kategorie Adipositas II. Das klingt einerseits schon erschreckend („Adipositas“ ist ein sehr negatives Wort!), andererseits nerven mich nicht nur die Ziffern auf der Waage, sondern auch meine eingeschränkte Lebensqualität. Es ist zwar noch nicht so, dass ich für Krankenhausbesuche mit einem Kran aus dem Fenster meiner Wiener Mietwohnung gehievt werden muss, aber ich bin mit jedem Kilo mehr ein kleines bisschen leichter außer Atem. Und nachdem ich in den ersten zwei Monaten vom #Projekt28 fast 10 Kilo abgenommen und sie eigentlich auch lange gehalten habe, will ich es mir deshalb noch einmal beweisen.

Wer soll das lesen?

Eine gute Frage. Das hier ist nicht mein erster Blog und ich wundere mich immer wieder, wie viele Menschen ich tagtäglich erreiche. Schon im ersten Jahr hatte ich einige Menschen, die meine Erfolge mit mir gefeiert haben und mir über Misserfolge hinweggeholfen haben. Aber anstatt so wie im vergangenen Jahr vor allem über mich und meinen Fortschritt zu schreiben, möchte ich mich mit Ernährung und Bewegung insgesamt beschäftigen. Statt einem wöchentlichen Update über meinen Gewichtsverlauf, möchte ich darauf nur mehr einmal pro Monat eingehen. Zusätzlich möchte ich mich aber mit DiätologInnen, PsychologInnen, SportwissenschaftlerInnen usw. unterhalten und auch mit Menschen, die es geschafft haben, viel Gewicht zu verlieren und dabei viel Lebensqualität dazu zugewinnen. Außerdem möcht‘ ich mich für euch aufopfern und immer wieder Abnehmtipps ausprobieren. Mein Gewicht möchte ich aber natürlich protokollieren – für Interessierte gibts immer noch meine Fortschrittseite, die ich demnächst update.

Wann gehts los?

Na eh jetzt schon. Zumindest bin ich vor ein paar Tagen erschrocken von der Waage und achte seither wieder viel mehr auf meine Ernährung. Auf der Facebookseite zu dieser Website  werde ich von nun an interessante Links, Videos und natürlich die Beiträge von hier posten … also unbedingt liken, falls du interessiert bist. Ansonsten: Auf gehts mit dem Abnehmen! In kleinen Schritten und mit viel Motivation ist es schaffbar – jetzt heißt es nur mehr durchhalten!