Über mein komisches Gehirn

Seit 21. November bin ich also wieder Nutzer von KiloCoach. Mein 52-Wochen-Ziel, wahnsinnige 33,5 Kilogramm abzunehmen habe ich bis heute bereits zu 18 % erfüllt. Aber: Warum geht es jetzt auf einmal?

Also: Der vergangene Montag, der 20. 11., war so ein „Ich hasse meinen Kopf, weil er alles weiß, aber anders handelt und wenn ich so weiter mache, dann werden sie mich in fünf Jahren mit einem Kran aus meiner Wohnung heben müssen, weil ich 385 Kilogramm habe“-Montag. Nachts dann der Entschluss, nicht länger zu überlegen und einfach mal die Kreditkarte hervorzuholen – und am Dienstag war mein Hirn plötzlich wie ausgewechselt.

War ich zwar zuvor schon schwer, so hätte ich bis dahin wohl nach ein paar Kilos zum Waagengewicht dazurechnen müssen. Denn mit dem 1-Jahres-Ziel, mit dem kurzfristigen, übermotivierten Ziel, bis zur kommenden Lesung am 15. Dezember 8,5 Kilo abzunehmen, mit der verrückt-naiv-optimistischen Idee, dass 2018 plötzlich wieder alles möglich ist, sagte mir mein Hirn: Tu es einfach, verdammt.

Und so gehe ich jetzt wieder Wege, die ich zuvor stets mit dem Bus zurückgelegt habe. Überhaupt gehe ich mir, merk schon, dass ich weniger schwitze (!) und es länger dauert, dass ich außer Atem bin (bzw. ich rascher wieder bei Atem bin). Und von den 8,5 Kilo kann ich bislang bereits 6 Kilo als erledigt verstehen.

Ernährungswissenschaftler werden wahrscheinlich schockiert sein, aber mein Spezialrezept sind Mikrowellenspeisen. Und ja, natürlich, da gibt es auch viel Scheiße, die man sich bei 800 Grad Celsius aufwärmen kann. Aber an jenen Tagen, an denen ich im Büro bin, ist es für mich unrealistisch, am Abend noch viel Zeit in der Küche zu verbringen. Da möchte ich gut essen – und wenn man etwas tiefer in die Tasche greift, gibt es da auch wirklich köstliche Speisen für das rotierende Wellending. Früher hätte ich mir da ein Kebab, eine Packung Asiatische Nudeln, eine Pizza geholt oder zu Chips und Schokolade gegriffen.

Und ich ess wieder Salat. Es ist verrückt. Dinge, die ich vorher nur selten angerührt hätte, landen jetzt in meinem Einkaufskorb. Und gestern hatte ich wieder einmal überrascht festgestellt, wie viel ich eigentlich essen kann bzw. darf (und das obwohl ich noch 400 Kalorien unter meinem empfohlenen Abnehm-Tagesbedarf war). Was ich nach einer sehr motivierten Woche, inklusive grippalem Infekt und 3-Tage-Besuch bei den Eltern sagen kann: Es ist richtig cool, dass ich alles essen kann – es geht bei mir vor allem darum, dass ich mir ganz viel Blödsinn zwischen den Mahlzeiten erspar.

Nach dem ersten Kilosturz wird es jetzt natürlich wieder schwerer, ich weiß. Aber die Motivation ist noch voll da: Und es wird schön, wenn ich ab Jänner dann Monatskarten zum Schwimmen kauf. Damit auch der Sport wieder in bisschen mein Leben kommt.

Aber worauf ich eigentlich hinauswollte: Ich finde es faszinierend, wie rasch sich mein Hirn umgestellt hat. Aber ja, manchmal funktioniert das und sehr häufig auch nicht – gerade deswegen möcht ich das jetzt diesmal wirklich durchziehen. Weil die fehlenden 6 Kilogramm, die man vermutlich noch nicht mal sieht, sich so richtig schön entlastend anfühlen. So kann es gerne weitergehen.

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